Poggenpohl Küchenstudio Luzern - News & Events - Neujahrslunch 2018
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Neujahrs-Lunch Luzern, 30. Januar 2018

Blockchain – Gamechanger nicht nur für die Finanzwelt, sondern auch für die Immobilienwelt

Die Blockchain-Technologie beflügelt Visionäre, Ökonomen und Unternehmer auf der ganzen Welt. Sie glauben, dass «Blockchain» unser Leben verändern wird. Am Neujahrs-Lunch vom 30. Januar 2018 im Poggenpohl Küchenstudio Luzern gab Fredy Hasenmaile, Head Real Estate Economics Credit Suisse, einen Einblick in diese neue Welt.

«The next big thing» – es ist unheimlich spannend, sich mit den Innovationen in der Technologie auseinanderzusetzen. Denn sie werden nicht nur die Wirtschaft und die Gesellschaft verändern, sondern sie geben uns auch die Möglichkeit, die Geschäftswelt neu und effizienter zu gestalten.

Mit einem neuen Marktauftritt steht auch bei Poggenpohl eine Neugestaltung an. «Wir sind sehr dynamisch unterwegs», kündigte Poggenpohl Group (Schweiz) AG Geschäftsführer Urs Tschopp in seiner Einführung an und auch Thomas Kredatus, Managing Director der gesamten Poggenpohl-Gruppe, liess sich den Austausch mit den Gästen aus der Immobilienbranche nicht entgehen und reiste für den Anlass eigens aus Herford an. In seiner Begrüssungsrede wurde ebenfalls der Elan, mit dem Poggenpohl unter dem neuen Eigentümer ADCURAM in eine weitere Wachstumsphase eingetreten ist, spürbar. Herzlich begrüsst wurden die Gäste auch von Hausherr und Studioleiter Pascal Baumeler und Alain Schafroth, Regionaler Verkaufsleiter des Gerätepartners Elektrolux AG, dessen Team den kulinarischen Teil des Events ausrichtete und sich ganz speziell auf eine intensive Zusammenarbeit mit Poggenpohl und den anwesenden Kunden im 2018 freute.

Die Ausführungen zur Blockchain-Technologie von Fredy Hasenmaile regten einen intensiven Dialog unter den Gästen an. Es gelang ihm in einer persönlichen Rede, eine sehr verständliche Einführung in das Thema zu geben und gleichzeitig auch seine «Blockchain-Begeisterung» zu vermitteln.

Was ist Blockchain?
Fredy Hasenmaile zeigte zu Beginn seiner Rede auf, wie abstrakt und komplex das Thema Blockchain-Technologie ist und startete mit einer Analogie: «So wie das Internet die Übertragung von Informationen revolutioniert hat, wird die Blockchain-Technologie die Übertragung von «Werten» (Aktien, Geld, Immobilien, Kunstgegenstände, Patente etc.) erneuern.» Das Revolutionäre von Blockchain liegt in der Organisation der Daten. Bei diesem System wird nicht mehr zentral archiviert und autorisiert. Es nutzt die Macht dezentraler Strukturen. Alle Informationen werden parallel auf vielen miteinander verknüpften Rechnern gespeichert, aktualisiert und autorisiert. Das Betrugsrisiko ist sehr viel kleiner, da manipulierte Transaktionen sofort erkannt und automatisch überschrieben werden. Bei einem Blockchain Register müsste man gleichzeitig die Mehrheit der Rechner manipulieren, was beträchtlich schwieriger ist als bei einem herkömmlichen Register, das an einem einzigen Ort abgelegt ist.

Die Blockchain-Technologie wird zukünftig wohl zwei Schwachstellen bei der Abwicklung von grösseren Geschäften ausmerzen: Es braucht bei vielen Transaktionen keine dritte Partei als Instanz des Vertrauens mehr. Beispielsweise eine Kreditkartengesellschaft, die zwischen Kreditgeber und -nehmer steht. Die Blockchain stellt dadurch, dass die Information über den Geldtransfer an vielen Orten identisch abgelegt wird, selber Transparenz und Fälschungssicherheit her. Die so geschaffene, lückenlose und nicht veränderbare Historie, verleiht der ganzen Blockchain Beweiskraft. Durch diese Vorgehensweise wird nicht nur Vertrauen geschaffen, sondern auch die Kosten reduziert und das Tempo erhöht. Die Blockchain-Technologie eignet sich somit für alle Transaktionen, bei denen das Vertrauen zentral ist und die komplex d.h. teuer sind.

Wo macht eine Anwendung Sinn?
Beispielsweise im Gesundheitswesen, beim Überweisen von Geld ins Ausland, bei Kapitalmarkttransaktionen sowie im Immobilien- oder Autohandel. Ein digitales Register für Gebrauchtwagen zum Beispiel, das auf Blockchain-Basis alle Informationen über den Lebenszyklus eines Autos nachvollziehbar und fälschungssicher beinhaltet, würde die Unsicherheiten beim Kauf eines Occasionsautos schlagartig verringern und die Prüfphase abkürzen. Je nachdem, für welche Zwecke eine Blockchain verwendet wird, kann diese verschieden organisiert werden. Die Bandbreite reicht vom öffentlichen – ein Beispiel dafür wären die Kryptowährungen – bis zum privaten System, bei dem nur ein definierter Personenkreis Zugang hat.

Die Blockchain-Technologie hat in vielen Bereichen die Prototypen-Phase verlassen und es gibt bereits funktionierende Pilotprojekte. Im Finanzbereich wird die Blockchain-Technologie die Abwicklungsdauer von Transaktionen massiv verkürzen. Bei Unternehmensanleihen oder bei ausserbörslich gehandelten Derivaten heisst das konkret eine Reduktion von Tagen auf Sekunden. Im Rohstoffhandel kann mit Hilfe einer Blockchain die Herkunft lückenlos und unverfälschbar dokumentiert werden. In Kombination mit Sensoren wird der Transport überwacht und die Lieferkette transparent. Bereits erprobt ist ebenfalls die Auktion von staatlichen Telecom-Lizenzen. Sie wurde erstmals in der Ukraine auf der Basis der Blockchain-Technologie durchgeführt und diente erfolgreich der Unterbindung von Korruption.

Blockchain in der Immobilienbranche
Sinnvoll erscheint die Abwicklung von Grundbucheinträgen oder aber auch Immobilientransaktionen über die Blockchain-Technologie. So sind beispielsweise Länder wie Schweden, Honduras und Ghana bereits daran, ihre Grundbücher mittels Blockchain zu digitalisieren. Damit werden Eigentümer vor Betrug geschützt, weil jeder Besitzerwechsel lückenlos nachvollzogen werden kann und nur äusserst schwer zu manipulieren ist. Zudem werden Kosten und Zeit eingespart.

Eine Anwendung, welche die Swiss Prime Site bzw. deren Tochterfirma Wincasa in Planung hat, vereinfacht das Hinterlegen von Mietzinskautionen. Während man bei der bisherigen Vorgehensweise unter anderem bei einer Bank ein Konto eröffnen, das Geld hinterlegen und den Beleg an die Immobilienfirma weitergeben musste, kann man sich mit der neuen Methode auf der Plattform einloggen und das Geld für die Kaution in der Blockchain hinterlegen. Der Vermieter wird automatisch benachrichtigt, dass das Geld deponiert worden ist. Der Mieter kann selber erst wieder darauf zugreifen, wenn das Mietobjekt zurückgegeben wurde und der Vermieter die Kaution freigegeben hat.

Überall dort, wo Computerprotokolle Verträge abbilden und die Vertragsabwicklung technisch unterstützen, d.h. bei bestimmten Ereignissen automatisch in Kraft treten, ist die Rede von sogenannten Smart Contracts. Für Fredy Hasenmaile eröffnen solche Smart Contracts der Blockchain ungeahnte Anwendungsmöglichkeiten. Er denkt dabei an blockchainbasierte Pay-per-Use-Systeme, mit welchen man sich für ad-hoc benötigte Büroflächen freischalten kann. Er hofft sogar kühn, dass sich damit Urheberrechte von digitalen Gütern pragmatisch schützen lassen. Zum Beispiel, dass die Leser eines Artikels bei Erreichen einer definierten Textstelle dem Autor automatisch einen Mikrobeitrag überweisen. So könnte womöglich die Hoheit über die Nutzung digitaler Güter zurückgewonnen werden und wieder ins Lot kommen,

Durch die anschliessenden Gespräche stellte sich heraus, dass vielen bewusst war, dass die Blockchain das nächste «Ding» sein wird. Doch es fehlen, abgesehen vom Bitcoin, noch konkrete Anwendungen, die den abstrakten Begriff fassbarer machen würden. Deshalb beschäftigen sich erst wenige Leute intensiv mit dieser Technologie. Hier zeigt sich denn auch bereits die erste Auswirkung des sympathischen Neujahrs-Lunch im Poggenpohl Küchenstudio Luzern. Das Interesse für die Blockchain-Thematik ist schlagartig revitalisiert worden und der feine Lunch, vom Electrolux Kochteam mit viel Hingabe zubereitet, war das Tüpfelchen auf dem i.

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